Seit 2001 sind die beiden Schauspieler Rhaban Straumann (Olten) und Matthias Kunz (Bern) in unterschiedlichsten Zusammensetzungen unterwegs, seit 2006 als das Theaterduo Strohmann-Kauz. Mit der pechschwarzen Satire «Waidmannsheil!» (2010, Buch: Susanne Hinkelbein) packen sie das Publikum und sorgen für Furore in Kleintheatern, mit dem Büezer-High-Noon «ungerdüre» (2008, Text: Pedro Lenz) werden sie mit jedem verputzten Meter NEAT aktueller und mit ihren Mass geschneiderten Kurzproduktionen empfehlen sie sich für Galaabende, Vereins- und Firmenanlässe jeglicher Art. Strohmann-Kauz setzen auf Schauspiel und überraschen immer wieder aufs Neue. Kein Stück ist so wie das alte. Sie fordern Neugier und liefern Anspruch.

Neues Programm („Landfroue-Hydrant“) folgt per Ende Oktober 2012.

Offizielle Webseite: www.strohmann-kauz.ch




biografie


 


genmobbing | Nominiert für den Heidelberger Theaterpreis 2010

Aktueller als erlaubt präsentieren Sandra Brändli, Matthias Kunz und Rhaban Straumann erfrischend junges Theaterkabarett zur schier unerschöpflichen Fruchtbarkeit eines anonymen Samenspenders. „genmobbing“ ist eine äusserst gelungene Kreuzung von Humor mit Tiefsinn, Satire und Theater, Musik und Text von Rhaban Straumann, brandaktuell, packend und frech. Strohmann-Kauz mit Frau machen mit einer Fülle an Figuren, Raffinessen und Finessen im Handgepäck eine berührend skurrile Reise durch die schöne neue Welt.

Es ist die Geschichte einer absurden Erbschaft des verschrobenen Samenspenders 2022. Als Verstorbener lockt er mit der Aussicht auf viel Geld seine nachfahrenden Bastarde zu einer Zusammenkunft, auf zynische Weise treibt er mit seiner Kinderschar ein groteskes Spiel und schickt sie mit notarieller Hilfe auf eine bizarre Weltreise.

Raffiniertes „genmobbing“
Mindestens drei Geschwister folgen der Einladung des Notariats „Hackenbeck & Hitzfeld“ zur Beerdigung ihres unbekannten Vaters. Auch als Verstorbener macht 2022 seinen furchtbar fruchtbaren Einfluss geltend und jagt seine Lieben um die  Welt. Vor den Kopf gestossen lernen die Geschwister sich und ihre Macken auf dieser ferngesteuerten Reise um den Globus neu kennen. Bald stellen sie fest, was sie verbindet, ist die fremdbestimmte Identitätssuche, eine gute Portion Argwohn und die unbändige Neugier nach dieser Nummer von Vater. Die Sehnsucht nach Nestwärme, die tiefsinnige Suche nach Orientierung im Alternativenparadies einer überbordenden Welt und nicht zuletzt die bodenlose Gier nach den versprochenen Millionen sind der schrecklich netten Familie die heimlichen Reiseführer. Wer sich gehen lässt, strudelt mit den Figuren federleicht zu den Tiefen und Doppelbödigkeiten von „genmobbing“.

Leichtfüssig in die Tiefe
Es folgt ein rasantes, humorvolles und charakterereiches Intrigenspiel mit Genen und Biographien. Auf beeindruckend leichtfüssige und witzige Art und Weise bespielen Sandra Brändli, Matthias Kunz und Rhaban Straumann surreale Wahrheiten und ganze Tatsachen rund um die unmenschlich menschlichen Chancen im unmöglichen Möglichkeitsdschungel der Reproduktion. Viel Recherche liegt dem Stück zu Grunde, unvorstellbare Schicksale dienten den Figuren als Vorlage und wahre Begebenheiten wurden gefiltert, um sie sowohl auf der Bühne als auch als Publikum überhaupt aushalten zu können. „genmobbing“ zitiert die Realität und bringt auf das Tablett, worüber gerne hinweg gesehen wird. Brändli, Kunz und Straumann präsentieren ein irrwitziges Stück mit geistreichen und stimmigen Liedeinlagen, gewürzt mit satirischen Bissen, unterlegt mit berührendem Tiefenstrom und schlicht zu real um wahr zu sein. „Dem Oltner Rhaban Straumann ist es einwandfrei gelungen, ein an sich äusserst ernstes und moralisches Thema mit Witz und Ironie auf die Bühne zu bringen.“ (Willisauer Bote). „genmobbing“ ist unglaublich schräg, jugendlich filmhaft, überraschend witzig und bewegend ruhig sowie eine poetisch-groteske Co-Produktion mit dem Theaterstudio Olten.

Der Zeit voraus
„genmobbing“ tritt die eigentliche Nachfolge von „Amor, Venus & Koller“ und „Monopoly“ (Gábor Németh, Stefan Girtanner & Rhaban Straumann) an. Während der Erstling „Amor, Venus & Koller“ (2003) die Welt der Männer, Macker und Geschlechter aus der Hirnperspektive spiegelte, präsentierte „Monopoly“ (2005) eine von wirklich Mächtigen auf dem Spielbrett manipulierte Krise wie sie die Welt erst kürzlich erleben durfte und nachhallend durchlebt. Leider war vielen Veranstaltern „Monopoly“ damals zu kritisch... Das Stück wurde per Ende 2006 abgesetzt. Da Gábor Németh seit anfangs Dezember 2009 neue Wege geht, übernimmt Matthias Kunz seinen Part. Neu wirkt „genmobbing“ unter der Fittiche von „Strohmann-Kauz mit Frau“ wie aus dem Ei gepellt.